Kunst ist meine Sprache. Sie verbindet das Sichtbare mit dem Unsichtbaren.
geboren 1978 in Linz, Österreich
Lebt und arbeitet in Dresden
2020 – 2023
Leitung des Aktkurses in der Ateliergemeinschaft Kamenzer Straße,
Dresden
2006 – 2023
Tätigkeit im Kostümwesen der Semperoper und des Schauspielhauses
Dresden
2007 – 2023
Tätigkeit bei der Lebenshilfe Dresden e. V.
2006 – 2018
Vertiefung der zeichnerischen und malerischen Praxis im Austausch
mit Prof. Werner Schellenberg
2011 – 2015
Leitung des Aktkurses im Kunstverein „Kukulida“, Dresden
2008
Ankleiderin und Schneiderin bei den Bregenzer Festspielen
2007 – 2009
Freie theaterpädagogische Projekte
2005 – 2006
Aktstudium an der HfBK Dresden bei Prof. Werner Schellenberg
2005
Gastsemester im Fachbereich Theaterplastik, Arbeit in den
Grafischen Werkstätten der HfBK Dresden
2001 – 2005
Studium der Kostümgestaltung an der HfBK Dresden, Diplom
2000 – 2001
Abendstudium an der HGB Leipzig
1997 – 2000
Ausbildung zur Modeschneiderin in Leipzig
Im Mittelpunkt meines Schaffens steht die Zeichnung und die daraus entwickelte Malerei.
Es reizt mich die Auseinandersetzung mit dem Lebendigen und Unmittelbaren; der Moment in dem ich mit meinem Gegenüber, sei es Mensch oder Tier, in nonverbalen Austausch trete. So ist die Zeichnung für mich die Mitschrift das Bleibende eines Moments, eine Aufzeichnung meiner Reaktion auf das unmittelbar Gesehene.
In wiederkehrenden Begegnungen mit dem Gezeichneten vertiefe ich meine Wahrnehmungen, verfeinere das Erlebte und aus der Zeichnung wird eine Malerei.
Es beginnt mit einer dünnen suchenden Linie, die in ihrer Unsicherheit sich den Formen eines Körpers langsam nähert. Im Dunkler werden und ohne Abzusetzen die Formen immer mehr herausarbeitet. Sie bewegt sich kreisend und zackig durch das Zeichenblatt, später auf der Leinwand, wobei sie Flächen und Volumen erschafft.
So bilden sich Dunkelheiten, Schatten und vortretende Lichtflächen.
Farbe kommt hinzu. Vielleicht ein strahlendes Orange, was gleichwertig zu einer schwarzen Kohlelinie steht. Die Textur des Pinsels ist stark sichtbar auf der rohen Leinwand, die nur mit Knochenleim gestärkt ist.
Durch das Zerstören und neu Aufbauen ergeben sich Strukturen, mit denen weitergearbeitet wird. Und so bildet sich ein Körper aus den starken Kohlelinien, intensiven Farbstrukturen, der verletzbar und trotzig in seiner Beharrlichkeit Ausdrucksfläche von Emotionen und entstellter Schönheit ist.
Das Unfertige intensiviert ihre Fragilität und leichte Zerstörbarkeit. Es ist die Momentaufnahme eines Werdegangs, der so grundlegend und natürlich ist wie die dargestellte Lebenserfahrungen. So auch die Malmittel: Tuschen, Zellleim, Leinöl und Kohle.
Ein häufiges Übermalen ist bei den dünnen Schichten nicht möglich. Vom ersten Moment muss die Farblinie ihren richtigen Platz und Bewegung gefunden haben. Wenn nicht wird alles wieder von Grund auf zerstört, abgewaschen und die Suche im Prozess beginnt von Neuem.
Susanne Bartel